Herausfordernde Wahllogistik

Spedition BurSped sorgt in Hamburg dafür, dass die Europa- und Bezirksversammlungswahl reibungslos abläuft!

Am 25. Mai hat die Europa- und Bezirksversammlungswahl in Hamburg stattgefunden. 1,3 Mio. Wahlberechtigte gibt es allein in Hamburg. Der Vorgang als solcher klingt einfach: Spaziergang zum Wahllokal, Kreuz machen und abends die ersten Hochrechnungen erfahren. Daher denkt auch kaum jemand darüber nach, was im Vorwege und hinter den Kulissen stattfinden muss.

Tatsächlich sind die Dimensionen einer Wahl gigantisch. In Hamburg heißt das: Für die 850 Wahllokale der Stadt müssen 2,6 Mio. Stimmzettel und 433.000 Gegenstände in 1.276 Wahlurnen konfektioniert werden. Denn die Wahlurne selbst dient als Gefäß für die gesamte Ausstattung eines Wahllokals. „Ein solches Projekt ist eine echte Herausforderung, die jedem Logistiker eine Menge abverlangt“, erklärt Stefan Seils, geschäftsführender Gesellschafter von BurSped. Die Spedition hat diese Aufgabe als Gewinner eines Ausschreibungsverfahrens übernommen – übrigens nicht zum ersten Mal. Schon vier Mal entschied sich die Stadt Hamburg für das Hamburger Familienunternehmen.

Weit vor der Wahl organisiert das Landeswahlamt die zeitlich getaktete Zulieferung aller zu konfektionierenden Teile an die Spedition. Die Wahlurnen müssen zunächst aus dem Außenlager abgeholt, montiert und gereinigt werden. In die Urne kommen dann 59 Einzelteile: sämtliche Stimmzettel, Listen, Auszählungsbögen sowie die komplette Büroausstattung für die ehrenamtlichen Wahlhelfer – inklusive Heftpflaster für den Fall, dass sich jemand verletzt.

Bis zu 130 kg pro Wahlurne

Nach der Befüllung werden die Urnen mit einem Vorhängeschloss gesichert und mit einem Barcode, der nur die Nummer der Wahlurne wiedergibt, versehen. So ist eine lückenlose Dokumentation des Verbleibs jedes einzelnen Behälters sichergestellt. Parallel dazu telefonierten sechs Mitarbeiter seit Wochen alle Wahllokale ab, um die Anlieferung vorzubereiten und Verzögerungen am Liefertrag zu vermeiden. Eine Wahlurne kann bis zu 130 kg wiegen und muss persönlich im Wahllokal abgegeben werden.

Null-Fehler-Toleranz

An die Wahllokale werden die konfektionierten und verschlossenen Urnen bereits vor dem Wahltag anhand eines via EDV ausgearbeiteten Tourenplans ausgeliefert. Am Wahltag selbst müssen bis 8 Uhr ausnahmslos alle Wahllokale ausgestattet sein. Die Behörde hat dafür eine „Null-Fehler-Toleranz“ festgelegt – immerhin geht es um die Ausführung des Wahlrechts. Für Probleme steht daher ein Notfallteam bereit.

Am Morgen des Wahltags werden die Briefwahl-Urnen von den Bezirksämtern zu den Auszählzentren gebracht. Wenn dann abends die ersten Hochrechnungen im Fernsehen veröffentlicht werden, geht für das BurSped-Team die Arbeit weiter. Rund zwei Drittel der Wahlurnen können nicht an Ort und Stelle ausgezählt werden, daher bringen die Fahrer sie zwischen 19 und 21 Uhr in die sieben Auszählzentren – unter Polizeischutz, um sicherzustellen, dass die versiegelten Urnen unversehrt ankommen.

Am Dienstag nach der Wahl wird der größte Teil der Wahlurnen zu BurSped ins Lager geliefert. Dort werden die Stimmzettel in Ablagkartons archiviert und eingelagert. Die Wahlurnen werden demontiert und in 7er-Gebinden gestapelt und zum Außenlager verbracht. Dann ist auch die Wahl für BurSped beendet.

Ein Artikel von Bernd Schmidt (sm) / DVZ – Nr. 41 – Freitag, 23. Mai 2014